KfW-Fördervolumen im ersten Halbjahr 2024: Normalisierung des FördergeschÀfts - Folgen der Krisenjahre sind vorbei
Die KfW Bankengruppe hat im ersten Halbjahr 2024 ein Fördervolumen von 34,7 Mrd. EUR verzeichnet. Dies entspricht dem Niveau der Vorkrisenjahre und zeigt eine deutliche Normalisierung des FördergeschĂ€fts nach den Krisenjahren 2020 bis 2023. Die Folgen der Krisenjahre sind damit weitgehend ĂŒberwunden.
RĂŒckgang der inlĂ€ndischen Förderung
Der Effekt der Normalisierung zeigte sich besonders in der inlĂ€ndischen Förderung. Diese belief sich im ersten Halbjahr 2024 auf 20,6 Mrd. EUR, was einem deutlichen RĂŒckgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der RĂŒckgang resultierte maĂgeblich aus dem Auslaufen von Sonderprogrammen wie der Soforthilfe und der Preisbremse Gas und WĂ€rme sowie dem Wegfall von Sonderfinanzierungen im Energiesektor.
Auswirkungen der EU-Beihilferegelungen
Auch die Nachfrage nach Unternehmensfinanzierungen war stark rĂŒcklĂ€ufig. Ausschlaggebend hierfĂŒr ist der hohe EU-Referenzzinssatz, welcher in der besten Preisklasse bei aktuell 5,11 % liegt. Die beihilferechtlichen Vorgaben der EU verpflichten die KfW dazu, ihre Zinskonditionen in den bankdurchgeleiteten Programmen ohne Beihilfe nicht unter dem EU-Referenzzinssatz anzubieten.
Steigende Nachfrage bei privaten Kunden
Im Gegensatz dazu erfuhren die Programme fĂŒr Energieeffizienz und erneuerbare Energien fĂŒr private Kunden eine gesteigerte Nachfrage. Besonders erfreulich ist die gute Nachfrage bei den privaten Kunden fĂŒr den klimafreundlichen Neubau und in der Heizungsförderung.
Positive Entwicklung des Konzernergebnisses
Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW, betonte die positive Entwicklung des Konzernergebnisses. Dies sei wichtig angesichts der groĂen Herausforderungen in der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Die starke Finanzkraft der KfW ist Voraussetzung fĂŒr verlĂ€ssliches Handeln als Bank aus Verantwortung.
Export- und Projektfinanzierung
In der Export- und Projektfinanzierung hat die KfW IPEX-Bank ihren sehr guten Jahresstart fortgesetzt. Sie erreichte mit 12,3 Mrd. EUR annÀhernd das sehr hohe Zusagevolumen des Vorjahres. Die Zusagen in der KfW Entwicklungsbank lagen mit 1,4 Mrd. EUR etwa auf Vorjahresniveau. Die DEG sagte wie im Vorjahr rund 0,6 Mrd. EUR an Finanzierungen zu.
Erfreuliches Halbjahresergebnis
Der KfW-Konzern schloss das erste Halbjahr 2024 mit einem erfreulichen Gewinn nach Steuern in Höhe von 932 Mio. EUR ab und ĂŒbertraf damit die Erwartungen und das Vorjahr. Das Ergebnis basierte auf einem sehr starken operativen Ergebnis und profitierte zusĂ€tzlich von einem positiven Bewertungsergebnis.
Förderaufwand und Risikovorsorge
Der Förderaufwand im InlandsgeschĂ€ft belief sich auf 181 Mio. EUR und ĂŒbertraf damit das Vorjahr deutlich. Im Umfeld steigender Zinsen sind weiterhin in höherem MaĂe Zinsverbilligungen möglich. Das positive Risikovorsorgeergebnis im KreditgeschĂ€ft resultierte insbesondere aus Auflösungen der Kreditrisikovorsorge.
Bewertungsergebnis und Ertragsteueraufwand
Das Bewertungsergebnis aus dem Beteiligungsportfolio ist durch die GeschÀftsfelder DEG und KfW Capital geprÀgt. Der Ertragsteueraufwand betrifft den laufenden Steueraufwand dank der guten Ertragsentwicklung bei den steuerpflichtigen Tochtergesellschaften sowie den latenten Steueraufwand.
Bilanzsumme und Eigenkapitalquoten
Die Bilanzsumme lag mit 558,8 Mrd. EUR in etwa auf dem Niveau des Vorjahresendes. Mit einer Gesamtkapitalquote sowie (harten) Kernkapitalquote von 29,9 % liegen die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten weiterhin auf einem sehr guten Niveau.
Ergebnisse der FörderaktivitÀten im Einzelnen
Im GeschĂ€ftsfeld Mittelstandsbank und Private Kunden belief sich das Fördervolumen zum 30.06.2024 auf 16,2 Mrd. EUR. In der Mittelstandsbank wurden Neuzusagen ĂŒber 5,7 Mrd. EUR getĂ€tigt. Der RĂŒckgang resultiert vor allem aus einer geringeren Nachfrage nach GrĂŒndungs- und Unternehmensfinanzierungen sowie niedrigeren Zusagen im Bereich Klimawandel und Umwelt.
Private Kunden und Heizungsförderung
Im Segment Private Kunden lag das Neuzusagevolumen per Ende Juni mit 10,5 Mrd. EUR ĂŒber dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis wurde von höheren Zusagen im Förderschwerpunkt Energieeffizienz und Erneuerbare Energien getrieben. Positiv hervorzuheben ist auch die neu gestartete Heizungsförderung.
Individualfinanzierung und Ăffentliche Kunden
Mit 3,7 Mrd. EUR hat sich das Gesamt-Neuzusagevolumen im GeschĂ€ftsfeld Individualfinanzierung & Ăffentliche Kunden gegenĂŒber dem auĂergewöhnlichen Vorjahr normalisiert. Im Segment Individualfinanzierung Unternehmen konnte ein Zusagevolumen in Höhe von rund 181 Mio. EUR verzeichnet werden.
Kommunale und soziale Infrastruktur
Das GeschĂ€ftsvolumen fĂŒr kommunale und soziale Infrastruktur lag mit Neuzusagen von knapp 2,2 Mrd. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist vornehmlich Folge von stark rĂŒcklĂ€ufigen Auszahlungen aus der Soforthilfe/ Preisbremse Gas und WĂ€rme des Bundes.
Individualfinanzierung Banken und Landesförderinstitute
Die Individualfinanzierung Banken und Landesförderinstitute blieb mit einem GeschĂ€ftsvolumen von 1,3 Mrd. EUR ebenfalls hinter dem anteiligen Vorjahreswert zurĂŒck. MaĂgeblich hierfĂŒr ist vor allem eine dem ungĂŒnstigen Zinsumfeld geschuldete ZurĂŒckhaltung der Landesförderinstitute.
KfW Capital und Venture-Capital
Die Zusagen des GeschĂ€ftsfelds KfW Capital beliefen sich im ersten Halbjahr 2024 auf 679 Mio. EUR. Das hohe Volumen im Vorjahreszeitraum resultierte u.a. aus der Einmal-Zusage an "ETCI", European Tech Champions Initiative. Die Investment-Pipeline von KfW Capital ist gut gefĂŒllt.
KfW IPEX-Bank und Exportfinanzierung
Die KfW IPEX-Bank hat ihren sehr guten Jahresstart fortgesetzt. Ihre Neuzusagen lagen zum Ende des Halbjahres mit 12,3 Mrd. EUR nur leicht unter dem auĂergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahreszeitraums. Zum NeugeschĂ€ft haben alle GeschĂ€ftssparten beigetragen.
Förderung Entwicklungs- und SchwellenlÀnder
Das GeschĂ€ftsfeld KfW Entwicklungsbank hat im ersten Halbjahr 2024 fĂŒr Vorhaben in Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern 1,4 Mrd. EUR zugesagt. Auf Vorhaben im Bereich Klima und Energie entfielen etwa 65 % der Zusagen. Die DEG erreichte Neuzusagen fĂŒr Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern in Höhe von 588 Mio. EUR.
FinanzmÀrkte und Refinanzierungsziel
Im Rahmen der turnusmĂ€Ăigen ĂberprĂŒfung ihres Mittelbedarfs reduzierte die KfW ihr Refinanzierungsziel fĂŒr das Jahr 2024 auf 80 Mrd. EUR. GrĂŒnde dafĂŒr sind der geringer als erwartete Refinanzierungsbedarf aus ZuweisungsgeschĂ€ften des Bundes sowie der RĂŒckgang des inlĂ€ndischen FördergeschĂ€fts.
Im ersten Halbjahr 2024 hat die KfW 55,0 Mrd. EUR an den internationalen KapitalmÀrkten aufgenommen. Damit hat sie rund 69 % des neuen Refinanzierungsziels erreicht. Der Green-Bond-Anteil am Gesamtemissionsvolumen belief sich auf 13 % beziehungsweise 7,2 Mrd. EUR.
Das KfW-Fördervolumen im ersten Halbjahr 2024 zeigt eine Normalisierung des FördergeschĂ€fts. Die Folgen der Krisenjahre scheinen ĂŒberwunden. Dies ist eine gute Nachricht fĂŒr Vermieter, die ihre Immobilien modernisieren oder energetisch sanieren möchten. Die KfW bietet verschiedene Förderprogramme an, die Ihnen helfen können, Ihre GebĂ€ude effizienter zu gestalten.
Ein wichtiger Aspekt bei der Modernisierung ist die Nutzung erneuerbarer Energien. Durch den Einbau von Photovoltaikanlagen und WĂ€rmepumpen können Sie den Immobilienwert steigern durch Photovoltaik und WĂ€rmepumpe. Diese MaĂnahmen tragen nicht nur zur Energieeinsparung bei, sondern erhöhen auch den Wert Ihrer Immobilie. Die KfW unterstĂŒtzt solche Projekte mit attraktiven Förderprogrammen.
Ein weiteres Thema, das fĂŒr Vermieter von Interesse sein könnte, ist die energetische GebĂ€udesanierung Tipps und Förderungen. Hierbei geht es darum, wie Sie Ihre GebĂ€ude energetisch auf den neuesten Stand bringen können. Die KfW bietet auch hierfĂŒr spezielle Förderungen an, die Ihnen helfen, die Kosten fĂŒr solche Sanierungen zu reduzieren. Eine energetische Sanierung kann langfristig zu erheblichen Einsparungen fĂŒhren und ist daher eine lohnende Investition.
AbschlieĂend ist es wichtig, die finanziellen Aspekte im Blick zu behalten. Die Zinssenkung EZB Juni 2024 könnte ebenfalls positive Auswirkungen auf Ihre Finanzierungsmöglichkeiten haben. Niedrigere Zinsen bedeuten gĂŒnstigere Kredite, was die Finanzierung von ModernisierungsmaĂnahmen erleichtert. Die KfW bietet in diesem Zusammenhang besonders attraktive Konditionen an.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Immobilien auf den neuesten Stand zu bringen und profitieren Sie von den vielfĂ€ltigen Fördermöglichkeiten der KfW. Die Normalisierung des FördergeschĂ€fts im ersten Halbjahr 2024 bietet Ihnen optimale Bedingungen fĂŒr Ihre Projekte.
